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The more I see, the more I know
The more I know, the less I understand |
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Arbeiten in England / LondonIm Frühjahr 2002 begann für mich der neue Lebensabschnitt mit der Tätigkeit in London als Vertriebsleiter für Europa von Verschleissteilen für Motorräder. Ich hatte hierbei den Vorteil, dass ich die Firma bereits von meinem vorherigen deutschen Arbeitgeber kannte, jedoch waren zu Beginn eine Menge Sachen für mich neu und ungewohnt. WohnungIch hatte soweit Glück, dass die Wohnungssuche durch meinen Arbeitgeber erledigt wurde. Wohnungen sind zumindest in London unglaublich teuer. Ausserdem sollte man bedenken, dass London mindestens dreimal so gross wie Berlin ist, im Vergleich zu Hamburg ca. 5x so gross. Mal eben so morgens zur Arbeit fahren ist schon ein wenig schwierig oder eben mit sehr viel Zeit verbunden.
Bei Wohnungen (und Häusern) gibt es neben der Miete noch die Möglichkeit von Leasehold und Freehold. Freehold heisst dass Du direkter Lehnsmann/-frau der Koenigin bist und keiner anderen Person gegenueber in Pflichten stehst".
Leasehold heisst, dass Du den Grund und Boden mietest auf dem die Bude steht. Ist die Lease abgelaufen (initial koennen das zwischen 999 (selten) und 125 (Standard) Jahre sein), dann gibt es ein Gesetz, das festlegt dass Du ein Recht darauf hast dass die Lease erneuert wird und zwar nicht zu einem Mondpreis! Fuer den Fall dass Du gerade in finanziellen Noeten bist und die Lease nicht bezahlen kannst, wird die Bude wohl zwangsversteigert werden! Da sich keine Sau ein ganzes Haus leisten kann, hat man es meist mit einem "share of freehold" zu tun, bei dem es vorgeschriebene, regelmaessige Mieterversammlungen und so'n Quatsch gibt und bei dem es ganz schoen stressig sein kann wenn man sich z.B. mit den anderen Freeholdern auf die Farbe der Eingangstuer einigen will :-) Rein finanziell machen beide Eigentumsformen uebrigens so gut wie keinen Unterschied, denn wenn z.B. das Dach bei einem Freeholder leckt, dann muessen alle im Haus herhalten und wehe dem der dann nicht schoen brav jeden Monat was auf die Seite gelegt hat...! Leaseholder - so wie ich - werden meist mit einer jaehrlichen Auflistung der Wartungskosten konfrontiert, bei Abzockerverwaltungsgesellschaften hat man aber gute Karten denen ein's reinzudruecken, denn das Recht fuer Wohnungseigentuemer ist in England dem Eigentuemer gegenueber recht "wohlgesonnen", ganz im Gegensatz zum Mietrecht, das den "Mieter" wie Dreck behandelt! "
für die Wohngegend die man sich aussucht, sollte man zunächst einmal das Internet befragen. Die meisten englischen Councils haben phantastische Internetseiten mit allen Möglichen Informationen. uk.dir.yahoo.com/regional/countries/united_kingdom/england/government/local_government/councils/
Bei den Wohnungen ist zu beachten, dass Thermopen Fenster, Wasser Gasboiler mit einem Wirkungsgrad von mehr als 100%, sowie sauberes Wasser an allen Wasserhähnen in England als Hexenwerk betrachtet werden. Man sollte also den deutschen Anspruch ein wenig runterschrauben....
BankkontoDie grösste Schwierigkeit war zunächst ein Bankkonto zu bekommen. Voraussetzung ist auf jeden Fall ein Brief vom Arbeitgeber, Gehaltsnachweis, und Personalausweis. Dennoch wollte z.B. selbst die Hausbank von meinem Arbeitsgeber (Barclay Bank) mir nur ein Offshore Account geben, von Visa Karte oder EC Karte ganz zu schweigen. Inzwischen bin ich bei HSBC, die das doch entspannter gesehen haben. Ich kann also nur jedem dringend raten, mit einem Kollegen zur Bank zu gehen und dort ein wenig Druck zu machen. Für mich war das der erste grosse Eindruck, wie es ist Ausländer zu sein.
Weil das Problem ist ja der Teufelskreis. Im Normalfall bekommt man ein Bankkonto nur, wenn man einen festen Wohnsitz mit einer "Utility Bill" (also Stromrechnung, Telefon usw.) nachweisen kann. Nur, wie soll man sowas beantragen, wenn man kein Konto hat ? Und ehrlich, wenn man nach London zieht, will man ja auch eine Wohnung mit Strom und Wasser haben, oder ?
UnterstützungUnter anderem kann man einige Infos beim German Advice Centre bekommen. Ich kann aber nicht behaupten, dass es mir viel gebracht haette. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso die jaehrlich 100.000 Deutsche die nach England gehen, sich nicht besser organsieren. Diese ganze Problematik mit Bankkonto etc. waere ja hinfaellig, wenn man sich einem Finanzinstitut gegenueber als Gruppe von jaehrlich 1.000 oder 2.000 Personen verkaufen koennte. Aber nein, der German Advice Centre kuemmert sich Obdachlose, Gefangene etc. Ok, muss ja auch gemacht werden, aber das ist wieder so typisch Deutsch, die ganze Energie in einige Problemfaelle zu stecken und die grosse Masse zu vergessen.
Auch habe ich leider keine wirkliche deutsche Community in London kennengelernt, weder Virtuell (als Mailingliste oder Chatforum) noch in "real life" als regelmässiges Treffen.
Zusammenfassend: jede osteuropaeische Minderheit ist in Deutschland besser organsiert als Deutsche in London. Schade !
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